Rückblick: Symposium „Die Zukunft der Bildung in sich wandelnden Gesellschaften - Einblicke aus Japan und Deutschland“ (19. März 2026)
1. April 2026
Dreh- und Angelpunkt des gemeinsam vom JDZB und der Japan Fundation organisierten Symposiums waren die Fragen, ob eine stärker auf den Menschen ausgerichtete Bildung Schülerinnen und Schülern die notwendigen Grundlagen wie Selbstvertrauen, Resilienz und Empathie vermitteln kann, damit sie den zunehmenden Unwägbarkeiten unserer Zeit gut begegnen können, und welche innovativen Ansätze es dafür in der Schulbildung braucht.
In ihren Keynote-Vorträgen beleuchteten Herr Dr. Jannis Burkhard (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) und Herr Dr. Hajime Shirouzu (Nationales Institut für Bildungspolitikforschung) Herausforderungen für die deutsche Bildungspolitik und die Bedeutung sozioemotionaler Kompetenzen einerseits und innovative Unterrichtsmethoden aus Japan, etwa die „Knowledge Construction Jigsaw“-Methode, sowie die Bedeutung von „Nicht-Wissen“ für Lernprozesse, andererseits.
In den anschließenden Beiträgen vertieften Herr Prof. Dr. Tomoki Hirano (Future University Hakodate) und Frau Ayako Hata (Institute for Designing the Educational Environment) die Vorstellung der Ansätze aus Japan und stellten dialogbasierte Kunstbetrachtung im Schulunterricht - auch unter Einbeziehung von Robotern - und weitere Methoden für kooperatives Lernen vor.
Im weiteren Verlauf des Symposiums ging Herr Silvio Wende (Friedenauer Gemeinschaftsschule Berlin) auf die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft für Schulen und Lehrende ein und präsentierte praxisnahe und erfolgserprobte Konzepte aus der Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin. Herr Hendrik Haverkamp (Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh) thematisierte die Risiken und Chancen der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende und zeigte Wege zur Förderung einer grundlegenden „AI Literacy“ auf.
Im Hinblick auf die Leitfrage nach der Bedeutung einer stärker humanzentrierten Bildung wurde deutlich: Während eine frühestmögliche sozioemotionale Förderung die Grundlage für erfolgreichen Bildungserwerb ist, können dialogbasierte, individuell gestaltete Unterrichtsmethoden jungen Menschen Selbstvertrauen geben und Empathie stärken. Diese Kompetenzen sind neben kritischem Denken ebenfalls zentral für einen reflektierten Umgang mit KI-Technologie. Auch für die Etablierung einer integrativen und inklusiven Gesellschaft ist der Fokus auf individuelle Stärken und Schwächen sowie auf sozioökonomische und kulturelle Hintergründe entscheidend.
Für das JDZB bleibt „Bildung“ ein zentrales Thema, und wir freuen uns, auch künftig eine Plattform für den Austausch zu diesen Fragestellungen zu bieten.
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